[STYLE]
Claudia Hill: Konzeptmode aus N.Y.
Ihre Kreationen präsentiert sie in keinen gewöhnlichen Shows. Viel lieber schafft Claudia Hill eine Komposition aus Raum, Licht, Bewegung und Kleidung, die zwischen künstlerischer Performance, Film, Technologie und Fotografie oszilliert. In Deutschland geboren und aufgewachsen, zog es Claudia Hill 1993 nach New York, um dort ihre Tanz-Ausbildung weiterzuführen. Doch schon bald faszinierte sie die Mode mehr. Sie wechselte zum Fashion Institute of Technology und auf die Parson‘s School of Design und gründete 1998 ihr eigenes Label. Ihre puristische Mode, deren skulpturale Formen oft ignorierte Körperstellen wie Nacken, Hals oder Kniekehlen in Szene setzen, zählt inzwischen zur New Yorker Avantgarde. «Ich beobachte gerne, wie sich der Körper verändert und versuche diese Bewegung durch die Formen meiner Kleidungsstücke zu akzentuieren», erklärt Claudia Hill. Für die aktuelle Herbst-/Winter-Kollektion nahm sie organische Formen aus der Natur als Inspiration und schneiderte Kleider, die den Körper wie eine zweite Behausung umschliessen. Subtil spielt sie mit maskulinen und femininen Elementen, die je nach Betrachtungsperspektive sichtbar werden, mit Alt und Neu, mit Herkömmlichem und Unkonventionellem. Der rote Faden: die ganz und gar traditionelle Materialwahl. Wollstoffe in dunklen Farben kontrastieren mit weisser Baumwolle oder weichen Strickstoffen. «Mode ist für mich Non-Konformität durch Innovation, ohne dabei die Tragbarkeit aufzugeben», sagt die zierliche Powerfrau. Es ist Mode, die ausserhalb der jeweiligen Modetrends steht und ihren eigenen Trend lebt. Neben dem Label Claudia Hill entwirft sie in Zusammenarbeit mit der japanischen Fotografin Ariko Inaoka «The Number After 10», eine Linie, die aus bedruckten T-Shirts und Sweatshirts für Frauen und Männer besteht. Der nächste Schritt in Claudias Karriere? Die Modemetropole Paris, in die sie vor kurzem gezogen ist.
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