Claudia Hill, Designerin
Befragt von Beatrix Schnippenkoetter
WAS ICH MAG
Beim Aufwachen: Nicht zu wissen, was Traum ist und was Realität
Beim Telefonieren: Aus dem Fenster zu schauen.
An Kleidern: Den Körper durch die Kleidungsstücke hindurch zu spüren.
Beim Essen: Beim Essen mag ich teilen: Essen, Gespräche, Ideen.
Am Tanz: Körper in Bewegung, ihre Komposition im Raum zu sehen.
An meiner Familie: Ein Gefühl der Nähe, fast, als wären wir ein einziges Wesen.
An meinen Freunden: Die Inspiration.
An William Forsyth: Die Freiheit, die er sich nimmt, sich auf nichts festzulegen.
Einen Satz, den ich gerne öfter hören möchte: „Ich zeig Dir etwas, das Du noch nie gesehen hast."
Und sonst… Alle, die ihren Eingebungen folgen.
Die Tochter einer Schneiderin gilt als Konzeptkünstlerin unter den Modedesignern. Jetzt arbeitete sie mit William Forsyth: Für das Stück „decreation“, das an diesem Sonntag uraufgeführt wird, entwarf die 33-Jährige die Kostüme. Foto: Ariko Inaoka
WAS ICH NICHT MAG
Beim Aufwachen: Wenn das Taxi klingelt, und ich noch nicht gepackt habe.
Bei der Arbeit: Die vielen kleinen Verletzungen durch Nadelstiche.
An Kleidern: Menschen, die um die Schulter drapierte Pullover tragen.
Am Essen: Das ständige Sich-ernähren-müssen raubt mir Zeit.
Am Tanz: Dass manche Stücke der Allgemeinheit unzugänglich sind.
An Mode: Uniformität, die der Originalität folgt.
An Berlin: Es ist äußerst bedauerlich, dass Berlin nicht am Meer liegt.
An William Forsythe: Die Institution Forsythe ist in eine Bürokratie gebettet.
Einen Satz, den ich nie wieder hören möchte: Dafür bin ich nicht zuständig.
Und sonst…: Alles Gutbürgerliche ist mir ein Graus.

